Die eigenen Gefühle zu unterdrücken, ist etwas, das wir Menschen sehr häufig tun. Kurzfristig ist es oft der einfachste Weg, um mit unangenehmen Erfahrungen zurechtzukommen. Ein Selbstschutzmechanismus unseres Körpers. Auf lange Sicht allerdings kann sich das Nicht-fühlen negativ auf das Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit auswirken sowie zu Krankheiten führen. Daher ist es wichtig, auch unerwünschte Gefühle zuzulassen. Doch wie soll das gehen, wenn du gar nicht weißt, wie du dich fühlst? Meine Liste mit 222 Emotionen unterstützt dich dabei, deine Gefühle zu verstehen und einzuordnen.

Wenn wir unangenehme Gefühle vermeiden, ist das, wie wenn wir einen mit Luft gefüllten Ball unter die Wasseroberfläche drücken. Du kennst das: Früher oder später schießt der Ball wieder hoch – oft kraftvoller als gedacht. Schwierige Emotionen zu unterdrücken oder gegen sie anzukämpfen führt zu nichts; sie gehen dadurch nicht weg. Ein gesunder und zielführender Umgang mit Ängsten, Trauer, Wut oder Stress geht über die Annahme und das Zulassen.

Je geübter du darin bist, deine Gefühle bewusst wahrzunehmen, desto besser lernst du dich und deine wahren Bedürfnisse kennen. Das führt zu mehr Selbst-bewusstsein und, wenn du entsprechend deiner Bedürfnisse handelst, zu einer höheren Lebenszufriedenheit.

Isabelle Müller-Pál

Selbstverwirklichung mit Mentaltraining

Liste mit möglichen Gefühlen und Emotionen

Zu Beginn mag es dir schwierig vorkommen, deine Gefühle zu beobachten und zu benennen: Vielleicht glaubst du, nichts zu fühlen, kannst das Gefühl nicht greifen oder fühlst ganz viel durcheinander. An dieser Stelle sorgt meine Liste mit 222 negativen Emotionen für Klarheit: Scrolle durch die Liste und achte darauf, mit welchem Gefühl du in Resonanz gehst, welches dich berührt – das ist dein Gefühl.

Du findest die Liste am Ende dieses Beitrags kostenfrei als PDF- und Bilddatei zum Herunterladen. Du kannst sie dir zum Beispiel in deinem Smartphone abspeichern oder ausdrucken. 

Und was dann?

Wenn du dein Gefühl identifiziert hast, ist das bereits ein großer Schritt: Du bist von der sogenannten passiven „Opfer“-Rolle in die aktive Beobachter-Rolle gewechselt. Von hier aus hast du weniger das Gefühl, deinen Emotionen hilflos ausgeliefert zu sein. Als Beobachter holst du dir die Kontrolle zurück und schaffst automatisch ein Stück Distanz, was sich gleich ein bisschen weniger unangenehm anfühlt.

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Emotionen zulassen und kontrollieren

Wie kannst du nun deine Gefühle annehmen und zulassen? Die wichtigste Regel im Umgang mit deinen Emotionen lautet: Gefühle sind zum Fühlen da. Gespürt zu werden, ist ihre Aufgabe und Funktion.

Frage dich mehrmals am Tag: Wie fühle ich mich gerade eigentlich? Lenke deine Aufmerksamkeit nach innen und sei offen dafür, was dort aufkommt. Versuche, das Gefühl beim Namen zu nennen. Frage dich, wo im Körper du das Gefühl spürst: als Kloß im Hals? Als Druck auf der Brust? Bleib ein paar Atemzüge bei dem Gefühl und beobachte es.

Du kannst das Gefühl auch fragen, was es dir sagen will. In der Regel trägt es eine Botschaft, ein Bedürfnis, in sich. Frage dich: Was brauchst du wohl in diesem Moment, damit es dir besser geht? Höre auf die Antwort und handle danach. Und das ist es. Damit hast du bewusst gefühlt und das Gefühl hat seine Aufgabe getan. 

Deine Liste mit 222 Emotionen.

Lade dir hier die Liste mit 222 negativen Emotionen als PDF- oder Bilddatei herunter.

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Isabelle_Mueller-Pál Klarheitsgespräch

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8 Kommentare

    • Hallo Eva,

      die Liste dient dazu, die Gefühle, die wir im Alltag häufig unterdrücken, weil sie unangenehm, unerwünscht oder belastend sind, besser zu erkennen. Erst wenn man weiß, was man fühlt, kann man das Gefühl zulassen und damit loslassen. Um positive Gefühle geht es hier nicht, die nehmen wir meistens aber auch ganz gut wahr. 🙂

      Nachtrag: Aufgrund der Nachfrage habe ich nun auch eine Liste mit positiven Emotionen erstellt. Du findest sie hier: https://www.isabellemuellerpal.de/2022/10/22/welche-positiven-emotionen-gibt-es-222-beispiele-in-einer-liste/

      Liebe Grüße
      Isabelle

      • Hallo Isabelle,
        ich finde es super, dass du die positiven Emotionen auch aufgelistet hast! Ich denke, dass viele Menschen das Positive vielleicht gar nicht mehr wahrnehmen, weil sie sich so auf das Negative konzentrieren. Eine solche Liste mit positiven Emotionen kann bestimmt sehr helfen sich wieder bewusst zu machen, dass man vielleicht doch noch etwas Positives fühlt, sich dessen nur nicht bewusst ist. Sich über Dinge bewusst zu werden, kann helfen den Blickwinkel zu verändern und kann zudem dabei helfen festzustellen, dass vielleicht doch nicht alles so schwarz ist, sondern hier und da versteckt doch noch Fünkchen positiver Emotionen aufkeimen. Hat man dies entdeckt, kann man diese Art der Energie auch bewusst stärken, indem man nach den „vergessenen“ positiven Gefühlen Ausschau hält und lernt sie besser und bewusster wahrzunehmen.

        Liebe Grüße aus Halle an der Saale

        • Liebe Carry,

          wow, das hast du perfekt zusammengefasst. Genau, wenn wir den Fokus bewusst auf solche positiven Fünkchen lenken, nehmen wir immer mehr davon wahr. Die „Antennen“ im Gehirn richten sich anders aus.

          Vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂

          Liebe Grüße
          Isabelle

  1. Liebe Frau Müller-Pàl,
    Ich finde deine Lidte mit Emotionen sehr hilfreich. Was mir fehlt ist ein Äquivalent zu schönen Gefühlen bzw. zu denen die eher positiv konnotiert sind.
    Viele Grüße
    Laura

  2. Danke für die Liste. Schade finde ich, dass sie nur negative Emotionen beinhaltet. Vielleicht würde es Sinn machen, noch eine Liste mit positiven Emotionen zu erstellen?

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