Häufig verschieben wir das Glücklichsein auf einen unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft, in dem wir etwas erhalten, von dem wir glauben, dass es uns hier und heute zum Glücklichsein noch fehlt. Doch wahrscheinlich hast du es auch schon bemerkt: Die Freude, wenn wir bekommen, was wir wollten, verfliegt schnell und es folgt schon bald ein nächster unerfüllter Wunsch und danach ein nächster. Der Clou ist: Der Weg zum Glücklichsein verläuft eigentlich genau andersherum. Glück macht selten dankbar. Dankbarkeit aber macht definitiv glücklich. In diesem Beitrag erfährst du mehr über diesen Zusammenhang und wie du Dankbarkeit trainieren kannst.

Kennst auch du das Wenn-dann-Denken? “Wenn ich mehr Geld verdiene, wenn ich die Liebe meines Lebens gefunden habe, wenn ich wieder in den Urlaub fahren kann, wenn Corona vorbei ist, dann werde ich glücklich sein.” Diese Denkweise ist weit verbreitet und macht zwangsläufig unglücklich, denn sie verortet das Glück in der fernen Zukunft statt im Hier und Jetzt. Sobald der ersehnte Wunsch dann eines Tages Realität wird, entsteht schnell ein neuer Wunsch in der Zukunft.

Der Zusammenhang zwischen Dankbarkeit und Glücklichsein

Für mich war der Begriff der Dankbarkeit lange Zeit etwas, das irgendwie einen religiösen Anstrich hatte. Ich verstand nicht: Wem soll ich dankbar sein? Ich dachte, ich benötige ein Gegenüber, um dankbar zu sein, und dieses Gegenüber sah ich nicht. Ich verband das Gefühl außerdem mit Sich-zufrieden-geben oder sogar Aufgeben. Heute weiß ich: alles Quatsch! Mittlerweile halte ich Dankbarkeit für einen echten Game Changer, um auf schnelle Weise positive Gedanken und Gefühle zu erschaffen und für den besten Motor, um Großes zu erreichen. Aber fangen wir von vorne an. 

Dass uns Menschen in unserem Alltag eher negative Dinge auffallen, liegt in unserer Natur. Unser Gehirn ist evolutionsbedingt auf Gefahren programmiert. Als der Urzeit-Mensch am Morgen die Augen aufschlug, links von ihm strahlte ein wunderschöner Regenbogen, rechts von ihm schlich sich auf leisen Pfoten ein Säbelzahntiger heran, dann war es wichtig, dass er sofort die Gefahr erkannte und handelte statt den Regenbogen zu bestaunen. Sicherheit geht für unser Gehirn immer vor. Auch wenn uns heute natürlich kein Säbelzahntiger bedroht. Es ist daher ein Leichtes für uns, einen Regenbogen und andere kleine Wunder des Alltags zu übersehen – wenn wir unsere Aufmerksamkeit nicht bewusst auf sie lenken. 

Dankbarkeit verändert deine Wahrnehmung

Die gute Nachricht: Ein Mindset, das das Schöne im Alltag wahrnimmt und wertschätzt, lässt sich trainieren, genauso wie einen Muskel. Wenn du deinen Fokus ein paar Minuten am Tag bewusst auf Positives lenkst und dafür Dankbarkeit empfindest, nimmst du automatisch immer mehr Positives wahr. Deine Wahrnehmung verändert sich. Du kommst vom Mangel in die Fülle. Du denkst weniger an das, das dir vermeintlich fehlt – sei es mehr Geld, mehr Freizeit, mehr Besitz und so weiter –, sondern bemerkst zunehmend Wertvolles, das du im Hier und Jetzt bereits besitzt.

Und dazu muss keinesfalls alles perfekt sein. Dass Dankbarkeit kein Luxusgut ist, sondern sich auch in Krisenzeiten, bei Krankheit, Trauer oder Ängsten, positiv auf das Wohlbefinden auswirken kann, wurde in mehreren Studien nachgewiesen (Paul Mills, Robert A. Emmons, Michael E. McCullough – Quellen am Ende des Artikels) und ist eine zentrale Erkenntnis der Positiven Psychologie. 

Die Antennen auf Fülle ausrichten

Dass diese mentale Neuausrichtung funktioniert, haben wir dem retikulären Aktivierungssystem in unserem Gehirn zu verdanken. Es wirkt wie ein kleines Kontrollzentrum, das sämtliche Informationen von außen je nach Wichtigkeit für uns einordnet und filtert. Ohne unser Zutun läuft es auf Autopilot, basierend auf unseren Erfahrungen, inneren Überzeugungen und der Angst vor dem Säbelzahntiger. Doch durch unseren bewussten Fokus können wir den Filter beeinflussen und auf Fülle ausrichten.

Übrigens: Zig Industrien machen ihr Geld mit dem menschlichen Mangelgefühl. Wir kaufen laufend neue Kleidung, um uns besser zu fühlen, obwohl der Kleiderschrank längst voll ist. Wir greifen nach Süßigkeiten, Chips oder Alkohol, um eine innere Leere zu füllen. Wir folgen den ständig wechselnden Trends der Schönheitsindustrie und finden immer wieder etwas, das wir noch brauchen …  Konsum geschieht in den meisten Fällen aus dem Gefühl heraus, nicht genug zu haben oder nicht (gut) genug zu sein. 

Ist Dankbarkeit also gleichzusetzen mit Genügsamkeit? 

Wer sich dankbar fühlt, ist emotional im Einklang mit dem, was ist. Doch das heißt nicht, dass alles so bleiben soll, wie es ist, oder, dass derjenige keine Ziele verfolgt. Ganz im Gegenteil sogar! Dankbarkeit ist der beste Ausgangspunkt, um echte Herzenswünsche zu verfolgen und die Zukunft nach den eigenen Vorstellungen zu erschaffen. Denn das Prinzip “Gleiches zieht Gleiches an”, das Gesetz der Resonanz, wirkt besonders stark auf der Energiefrequenz von Dankbarkeit. Je mehr wir auf der Ebene von Dankbarkeit schwingen, umso stärker ist unsere Anziehungskraft im Außen für das, was wir uns wünschen. Klingt dir zu spirituell? Kann ich gut verstehen! So ging es mir früher auch. 🙂 Ich kann dir nur sagen: Es funktioniert. Und probieren geht über studieren …

Wie lässt sich Dankbarkeit trainieren? 

Keep it simple! Eine super einfache Möglichkeit, Dankbarkeit zu trainieren, ist, ein Dankbarkeitsbuch zu führen. Nimm dir vor dem Schlafengehen fünf bis zehn Minuten Zeit, blicke auf den Tag zurück und notiere mindestens drei Dinge, die heute passiert sind oder die du heute wahrgenommen hast, für die du dankbar bist. Wenn du mehr als drei Punkte findest, umso besser. Auf diese Weise signalisiert du deinem Unterbewusstsein, dass es dir wichtig ist, auf diese Momente zu achten. Und so wird es dir immer leichter fallen, deine Dankbarkeitsliste zu füllen. Du denkst mehr positive Gedanken. Und, klar: Positive Gedanken erzeugen positive Gefühle. So entstehen Glück, Freude und Zufriedenheit – nicht irgendwann in der Zukunft, sondern im Hier und Jetzt. 

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Quellen und weiterführende Informationen:

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